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Sommer 2021 – Knochenaufbau: fester Halt für Implantate
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Sommer 2021 – Fester Halt für Implantate im Kieferknochen

Mit Implantaten können Zähne auf moderne Art und Weise naturnah ersetzt werden. Die Voraussetzung für ihren festen Halt ist die ausreichende Höhe und Breite des Kieferknochens. Bei manchen Menschen ist er von vornherein nicht stark genug ausgeprägt, bei anderen hat er sich zurückgebildet: Gerade bei Zahnlücken, die schon länger bestehen, wird ein Teil des darunter befindlichen Knochens aufgrund der fehlenden Kaubelastung abgebaut. Dieser Effekt tritt auch häufig unterhalb von Brückengliedern oder herkömmlichen Prothesen auf.

Patienten mit zu geringem Kieferknochenangebot müssen jedoch nicht auf eine Implantation verzichten. Mit modernen Knochenaufbauverfahren können in aller Regel die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Zudem gibt es spezielle Implantatsysteme, die auch bei wenig Knochen eingesetzt werden können.

Wie funktioniert der Knochenaufbau?

Für den Knochenaufbau wird entweder körpereigenes Knochenmaterial oder gut verträgliches Ersatzmaterial verwendet. Der Körper wird dazu angeregt, neue Knochenzellen zu bilden, die das eingefügte Material nach und nach ersetzen.

Je nachdem, wie viel Knochen fehlt, an welcher Stelle ein Implantat gesetzt wird und ob der Knochen erhöht oder verbreitert werden soll, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Das Einsetzen des Implantats erfolgt dann gleichzeitig mit dem Knochenaufbau oder nach der Einheilphase.

Knochenaufbauverfahren im Überblick:

Sinuslift
Der Sinuslift kommt zur Anwendung, wenn die Höhe des Kieferknochens im seitlichen Oberkiefer zu gering ist. Dazu muss die Schleimhaut im Inneren der Kieferhöhle vorsichtig ein wenig vom Knochen gelöst und angehoben werden. Anschließend wird in den entstandenen Hohlraum Knochen- oder Ersatzmaterial eingefügt, um den zu niedrigen Knochen zu erhöhen.

Bone-Spreading oder Bone-Splitting
Diese Verfahren kommen im Falle eines zu schmalen Kieferkamms (der Teil des Kiefers, der als Halt für die Zähne dient) zum Einsatz. Beim Bone-Spreading wird der Knochen ein wenig gespreizt, beim Bone-Splitting in zwei Teile geteilt. Der entstandene Spalt wird mit körpereigener Knochensubstanz oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

Distraktionsosteogenese
Ist der Kieferknochen zu niedrig, wird der betroffene Abschnitt mittig in einen oberen und einen unteren Teil getrennt. Eine in den Spalt eingesetzte Schraube dehnt den Knochen über mehrere Wochen hinweg. Währenddessen bildet sich neue Knochensubstanz, die den Zwischenraum nach und nach füllt. Knochen- oder Ersatzmaterial muss nicht eingefügt werden.

Knochenblockmethode
Wenn ein Kieferabschnitt deutlich zu schmal oder zu niedrig ist, kann es empfehlenswert sein, einen kleinen Knochenblock -oder span einzufügen. Dieser wird in einem Stück aus dem Unterkiefer, dem Kinn-/Weisheitszahnbereich oder in seltenen Fällen aus dem Beckenkamm entnommen und mittels einer kleinen Schraube befestigt.

Sie haben Fragen zum Knochenaufbau? Wir beraten Sie gerne.

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